Brief
Von Charlotte Sophie Juliane von Kalb (zwischen 1. und 4. Mai 1796)
Sie fanden den Brief zu kurz, Sie lesen ihn oft wieder? - O wenn Sie solche Briefe gerne lesen so kann ich Ihnen viel schreiben [...]: K. schildert ihre Vereinsamung infolge des Verkanntseins auch durch Freunde und die wenigen Augenblicke der Verklärung, in denen die Stimme der Simpathie länger um sie geweilt und die Flamme der Seele angefacht habe. - Sie beschreibt ihr Warten auf ein Wort G.s auf ihren letzten Brief (RA 2, Nr. 175) und ihre Freude, als sie heute das Buch zurückerhalten habe. Von G.s Abreise nach Jena habe sie am Sonnabend (29. April) gehört. - Erinnerungen an die glücklichen Tage, die K. vor zwei, drei Jahren in der Natur verbracht habe, und an ihre Mutter (W. R. Marschalk von Ostheim) auf dem Totenbett. Ich könnte ein Evangelium schreiben, von diesen Weib u ihren Sohn! meinen Bruder!
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