Normalzeugnis Zeugnis
A. Bielschowsky nach Mitteilungen von Dr. Treichler aus Stäfa (GJb 15, 283)
Goethe hat Magdalena Pfenninger während seines Aufenthaltes in Stäfa im September und October des Jahres 1797 kennen gelernt. Magdalena war damals erst 15½ Jahre alt, aber, wie wir vermuthen dürfen, schon voll entwickelt; und ihre geistreiche, witzige, frische Art, verbunden mit grosser Schönheit, konnten wohl im Stande sein, dem Dichter einiges Interesse abzulocken. Das junge Mädchen war, wie natürlich, von dem Wohlgefallen, das sie dem berühmten Manne einflösste, hochbeglückt und bewahrte die Erinnerung daran zeitlebens wie einen Schatz. Noch als Greisin sprach sie zu ihren Bekannten, von denen Dr. Treichler und eine ältere Dame noch leben, mit Begeisterung von den schönen und fröhlichen Tagen, die sie mit Goethe verbracht, und sie lebte jedesmal jugendlich auf, wenn sich in Gesellschaft das Gespräch auf den Dichter lenkte. Ein fünf Minuten östlich von ihrem Vaterhause belegener Hügel, der „Reesenrain“, von dem eine herrliche Aussicht sich öffnet, soll Goethes Lieblingsplatz gewesen sein.
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