Brief
Von Detlev Friedrich Bielfeld (23. Juni 1795)
Übersendung von lyrischen Gedichten (nach WA I 35, 61: "Gedicht vom jüngsten Tag") zur Begutachtung. G. möge wie Klopstock vor 3 Jahren ihre Mängel kenntlich machen. Im Gegensatz zu der üblichen Meinung, daß das Werk das Beste von einem Schriftsteller sei, fühle B. sich über seine Gedichte erhaben. Er lege auch Versuche in Prosa bei. - B. unterrichte einige Studenten in Deklamation und habe gratis über klassische Autoren gelesen, als Privatdozent aber könne er nicht auf viele Hörer rechnen. Mit G.s Unterstützung hoffe er eine Professur zu erhalten, andernfalls werde er sich um eine Pfarre in Hollstein bemühen. Schon 1786 habe B. in Jena studiert und eine persönliche Unterredung mit G. ersehnt.
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