Brief

Von Friedrich Schiller (23. Oktober 1796)

Dank für den letzten Band von "Wilhelm Meisters Lehrjahren". S. finde auch hier seine Erwartung von dem, was den Haupteffekt macht bestätigt. Immer ist es doch das Pathetische, was die Seele zuerst in Anspruch nimmt; erst späterhin reinigt sich das Gefühl zum Genuß des ruhigen Schönen. Das zu gestalten, sei G. gelungen. - Ausführlich über W. von Humboldts Reaktion auf den "Musenalmanach" für 1797, desgleichen von Berliner und anderen Reaktionen darauf. Humboldt habe auf seiner Reise Graf F. L. zu Stolberg nicht angetroffen und von M. Claudius, der eine völlige Null sei, wisse er nichts zu sagen. - G.s "Briefe auf einer Reise nach dem Gotthardt" ("Horen" 1796) fänden allgemein großes Interesse. S. freue sich auf G.s Besuch in Jena; denn er habe sich zwar den "Wallenstein" vorgenommen, aber er gehe noch immer darum herum und warte auf eine mächtige Hand, die ihn ganz hineinwerfe. Bitte um Rechnungen für den "Musenalmanach" für 1797.

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