Brief
Von Alexander Nikolaus Scherer (30. Januar 1798)
S. drückt seine Erleichterung darüber aus, daß G. nicht nach Italien gegangen sei. Seine diesbezüglichen Informationen seien völlig falsch gewesen, auch in bezug auf W. von Humboldt, von dessen Aufenthalt in Salzburg er nunmehr durch J. G. Fischer aus Paris erfahren habe. Vermutlich haben Sie einen Brief vom 5 Dec. erhalten, den ich Ihnen zuzusenden wagte [...]. - Anfrage, ob die Scheren die richtigen seien, die er in Sheffield ausgesucht habe und mit dem hannoverschen Kurier übersenden wolle. E. Darwin habe er weder in Matlock noch in Derby antreffen können; ob dessen Poem "The Botanic Garden" (London 1791) für G. besorgt werden solle? - S. schildert den schlechten Geschmack auf dem englischen Theater mit der Vorliebe für die Darstellung von Todesszenen und für Pantomimen mit Gesang. Es fehle den Engländern an Kunstgeschmack. Ihre wissenschaftlichen und literarischen Kenntnisse würden sich auf England und Frankreich beschränken. Ohne Zeitungen gäbe es in der Gesellschaft keinen Gesprächsstoff. - Über die unzureichenden Naturaliensammlungen, mit Ausnahme von A. Levers Museum, das ornithologische Seltenheiten besitze, sowie der Hamiltonschen und Cookschen Sammlungen. Er ziehe jederzeit das Museum in Jena dem Britischen Museum vor. - In seinen technologischen Angelegenheiten habe er die erwünschten Fortschritte gemacht, wenngleich manche Weitläufigkeiten in London verzögernd gewirkt haben. - Empfehlungen von G. F. E. Schönborn. An Herzog Karl August habe er zugleich berichtet.
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