Brief

Von Friedrich Bury (21. Mai 1801)

Ausführlich über das gelungene Porträt der Gräfin Tolstoi, das allgemeine Bewunderung erfahre. In Erinnerung an zwei Madonnenbilder von Fiesole und Leonardo da Vinci in der Galerie von Florenz habe er den Grund vergolden lassen. Die Gräfin habe ihn nun ersucht, ein Kopfbild von ihr und ihrer kleinen Tochter zu malen. Das Porträt sei für B. ein Beweis dafür, daß man das Publikum mit der würklichen Darstellung eher bilden könne als mit allem Schreiben über die Kunst. A. W. Schlegel habe zum Bild ein Gedicht verfaßt, das Herzogin Anna Amalia erhalten habe. - Klage über die Intrigen an der Berliner Akademie der Künste, die einer festen Anstellung B.s im Wege stehen. Anführung von F. A. Macco als Beispiel. Wenn B. mit nach St. Petersburg gehen würde, wollte ihm die Gräfin Tolstoi zahlreiche Aufträge verschaffen. B. wünschte, daß dieses St. Petersburg in Rom läge. Über eine Begegnung mit Abbé Giundotarti aus Rom. Bitte, B. in Rom einige Historienbilder für das Weimarer Schloß malen zu lassen, wobei er für drei Jahre finanziell gesichert werden müßte. Danach werde Prinz August von England vielleicht wieder etwas für ihn tun können. Sollte er in Deutschland bleiben, wünschte er, am Weimarer Hof angestellt zu werden. - Erkundigung nach dem Schloßbau in Weimar und nach der Arbeit von H. Gentz. W. E. F. von Wolzogen habe den Cardon des Porträts mitnehmen wollen; B. habe ihn aber nicht hergegeben. - An J. E. Hummel habe G. einen der besten Künstler, einen Giulio Romano, verloren. - Leider sei J. L. Tieck von Berlin abgereist.

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