Brief
An Sylvie von Ziegesar und Pauline Gotter (23. März 1810)
Wir dreye, meine schöne Freundinnen, könnten wahrscheinlich nichts bessers thun, als wenn wir aus unsern kleinen Ubeln und Gebrechen ein Picknick machten und sie zusammen aufzuzehren suchten. Weil jedoch hierbey die Interessenten wonicht unter eEinem Dache doch wenigstens auf Einer Flur sich befinden müssen, so hat mich mein guter Geist schon einigemal der Ihrigen nahe geführt, so daß ich die einzelnen Steine Ihrer alten Burg zwar nicht zählen aber doch unterscheiden konnte. Vermuthlich wird sich die Anziehungs kraft mit jedem Male vermehren u ich werde zuletzt, ohne daran zu dencken vor Ihrer Thüre stehen, da ich mir denn eine freundliche Aufnahme und meinem ärtsztlichen Vor schlag guten Erfolg wünsche. Sollten sich die Ubel indessen verlohren haben; so wird ja wohl Rath werden in der Geschwindigkeit neue anzuschaffen. Gedenken Sie mein ja recht freundlich
Jena d 23 März 1810.
G
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