Brief

Von Johann Gottlob Stimmel (21. Februar 1814)

Dank für G.s Anteilnahme an S.s Schicksal im vergangenen Jahr. In den Verdacht der Beteiligung an der dem Pastor Tinius beschuldigten Mordthat sei S. nur durch seine Freundschaft mit J. G. Tinius und einen diesem gewährten Kredit geraten; erwähnt: F. V. Reinhard. - Über S.s. finanzielle Verluste sowie die Erkrankung seiner Frau und eines seiner Söhne an der Nervenfieberkrankheit (Typhus). Beide seien aber wieder wohlauf. - K. A. Wagner, dem Expediteur u Cassirer der Weimarer Lotterie-Expedition, habe S. einige Handschriften für G.s Autographensammlung mitgegeben, darunter von J. F. Pfeffinger, J. Daillé und G. C. Beireis (Schreckenbach 1259, 344 und 98; vgl. RA 6, Nr. 912). - Wie von G. gewünscht, werde S. mit den fünf Portefeuillen guter und trefflicher Original-Zeichnungen aller Schulen, den Kupferstichen und anderen Kunstwerken, wie auch den orientalischen, vorzügl. Persischen und Chinesischen Sachen aufwarten. Mit dieser Sammlung von Zeichnungen könne der Anfang eines gewiss bedeutenden Cabinets gemacht werden. Bitte, sich für den Erwerb einzusetzen. Als Beweis seiner unbegrenzten Dankbarkeit wolle er G. dafür einen Bethlehemischen Kindermord, meisterhaft und ausdrucksvoll, in Marmor gehauen, in getrennter Lieferung zusenden. - Bitte um weiteres Wohlwollen. S. bete täglich für das Wohlergehen von G. und dessen Familie.

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