Normalzeugnis Zeugnis

Müller, Unterhaltungen 31. 3. 1824 (Grumach S. 111)

G. rühmte, daß er J. F. v. Fritsch stets redlich gegen ihn gewesen, obgleich sein, Göthes, Treiben und Wesen ihm nicht habe zusagen können. Aber er habe doch Göthes reinen Willen, uneigennütziges Streben und tüchtige Leistungen anerkannt. Seine Gegenwart, seine Äußerlichkeit sey nie erfreulich gewesen, vielmehr starr, ja hart, bouffu; er habe nichts behagliches oder feines in seinen Formen gehabt, aber viel Energie des Willens, viel Verstand, wie schon aus seinen 2 Söhnen sich schließen lasse, die denn doch selbstständig genug auf eignen Füßen ständen ... Mir ist in allen Geschäften und Lebens-Verwicklungen das Absolute meines Charackters sehr zu statten geckommen; ich konnte Vierteljahre lang schweigen und dulten, wie ein Hund, aber meinen Zweck immer vest halten; trat ich dann mit der Ausführung hervor, so mußte ich unbedingt mit aller Kraft zum Ziele, mochte fallen rechts und links was da wollte. Aber wie bin ich oft verlästert worden, bey meinen edelsten Handlungen am meisten. Aber das Geschrey der Leute kümmerte mich nichts. Die Kinder und ihr Benehmen gegen mich waren oft mein Barometer hinsichtlich der Gesinnungen der Eltern gegen mich. Ich nahm alle Zustände und Personen, meine Collegen z. B. durchaus real, als gegebne, einmal fixirte Natur-Wesen, die nicht anders handeln können, als sie handeln, und ordnete hiernach meine Verhältnisse zu ihnen.

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