Brief
An Johann Caspar Lavater (zwischen 5. und 12. Dezember 1774)
Lied des Phisiognomischen Zeichners.
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O dass die innre Schöpfungskrafft
durch meinen Sinn erschölle
dass eine Bildung voller Safft,
Aus meinen Fingern quölle.
Ich zittre nur ich stottre nur
Ich kann es doch nicht lassen
Ich fühl, ich kenne dich Natur
Und so muss ich dich fassen.
Wenn ich bedenck wie manches Jahr
Sich schon mein Sinn erschliesset
Wie er wo dürre Haide war
Jezt Freudenquell geniesset
Da ahnd ich ganz Natur nach dir
Dich frey und lieb zu fühlen
Ein lustger Springbrunn wirst du mir
Aus tausend Röhren spielen
Wirst alle deine Kraffte mir
In meinem Sinn erheitern
Und dieses enge daseyn hier
Zur Ewigkeit erweitern
Dass du siehst Bruder, ich thue gern was ich kann so hast du da mein lieber, deine Capitels zurück mit Zugaben, sie sind abgeschrieben an Gottern geschickt. Ich dencke so ists das beste, wenn dir recht ist was ich da schreibe so fahr ich fort. denn ich muss meinen Ton halten, unsre beyde zu vermischen geht nicht aber so nach einander mags seine Würckung thun. Hezze dich nicht zu sehr u mach dass es eine anschauliche Ordnung kriegt. Uberhaupt mögt ich das ganze noch einmal übersehen eh es gedruckt wird, doch ich spüre schon es wird zulezt vom Schreibtisch in die Presse gehn. Gehs wies will ich bin nun dabey
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