Brief
Von Friedrich Schiller (20. Oktober 1797)
S. habe von Böttiger zwei Exemplare von "Hermann und Dorothea" erhalten und das Epos wieder mit dem alten ungeschwächten Eindruck gelesen. Auch "Wilhelm Meisters Lehrjahre" habe er kürzlich wieder gelesen. Ausführliche kritische Bemerkungen dazu, vor allem im Vergleich mit "Hermann und Dorothea"; unter anderem: Dem Roman fehle es an einer gewißen poetischen Kühnheit und gleichzeitig an einer eigentlichen Nüchternheit. G. werde bei seiner Rückkehr aus den Gebirgen (nach Stäfa am 8. Oktober) Briefe von S. (RA 2, Nr. 968, RA 2, Nr. 976, RA 2, Nr. 991 und RA 2, Nr. 996) und den "Musenalmanach für das Jahr 1798", von dessen Publikumserfolg S. noch nichts erfahren habe, vorgefunden haben. S. widme sich wieder dem "Wallenstein". - S. sei mit seiner Familie wieder (aus dem Gartenhaus) in die Stadt gezogen; Ernst sei sehr kränklich gewesen. Von W. von Humboldt habe S. seit Monaten keine Nachricht. Bitte jenem mitzuteilen, daß S. dessen Adresse nicht kenne. Ferner erwähnt: J. H. Meyer, C. Schiller.
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