Brief
Von Friedrich Schiller (17. Januar 1797)
G.s Besuch habe bei S. eine gewiße Stagnation behoben und ihn wieder in die Welt geführt. Zu G.s poetischer Tätigkeit: S. wolle die Chronologie von G.s Werken kennenlernen, weil er überzeugt sei, daß sich an der Entwicklung von G.s Wesen ein gewißer nothwendiger Gang der Natur im Menschen überhaupt nachweisen lasse. G. müsse eine analytische Periode gehabt haben, in der er durch die Theilung und Trennung zu einem Ganzen gestrebt habe. Jetzt kehre er ausgebildet und reif zu seiner Jugend zurück. "Alexis und Dora", "Hermann und Dorothea" und andere Werke seien der Beweis dafür. - Für die "Horen" erbitte S. von G. etwas von der Lenzischen Verlassenschaft und vielleicht auch die italienischen Papiere. Bitte, auch an "Benvenuto Cellini" ("Horen" 1796-1797) und an Freund Reichardts Abfertigung zu denken (vgl. RA 2, Nr. 550).
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