Brief
Von August Wilhelm Schlegel (4. Mai 1800)
Über die Krankheit seiner Frau und Dank für den ungarischen Wein. F. Schlegel habe es sehr bedauert, G. nicht angetroffen zu haben. Nach seiner Geschäftsreise nach Leipzig wolle S. nach Weimar kommen. - Die "Bibliothèque universelle des romans" (1. Band, Paris 1775) werde er nächstens zurückschicken. Abfälliges Urteil über die modernen Bearbeitungen der Franzosen, insbesondere Tressans. Ich halte mich daher so viel möglich an die Quellen, und suche mich deswegen der Sprache unserer alten Minnesänger ganz zu bemächtigen [...]. Von seinem Gedicht "Tristan" sei ein Gesang fertig. - Über den Mahomet mündlich. - S. möchte wissen, wie G. "Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens" und die "Sehr wunderbare Historie von der Melusine" von J. L. Tieck ("Romantische Dichtungen", 2. Band, 1800; vgl. Ruppert 1172) beurteilt. - Schelling hat uns vorgestern früh verlassen. - Beiliegend ein Brief des Garnison-Arztes G. P. Michaelis in Harburg mit dem Detail von einem schrecklichen Ereigniß. - Von den Sonetten Aretinos habe S. nun auch das 3. erhalten.
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