Brief

An Charles François Dominique de Villers (11. November 1806)

Ihr freundlicher Brief, mein werthgeschätztester Herr, lag auf meinem Tische als die Adjutantur der französischen Generäle bey mir eintrat um Quartier zu machen. Durch die Adresse wurde ich diesen Männern bekannt, die sich sehr freundlich gegen mich bezeigten und mir in diesen bösen Tagen manches Gute erwiesen. Ihnen also, mein werthester Herr Villers, bin ich außer dem daß Sie mich im ästhetischen Sinne bey Ihren Lands leuten eingeführt haben, auch noch eine Einführung ganz andrer Art schuldig, von der ich Sie zu benachrichtigen, wofür ich zu danken nicht unterlassen wollte. Ihren kleinen Aufsatz hab’ ich mit Vergnügen und Beschämung gelesen; wobey es mir ein nicht geringer Trost war zu sehen, daß dasjenige was man geleistet hat, für etwas gehalten wird, in einem Augenblicke, wo man kaum Hofnung fassen kann, etwas weiter zu leisten. Nehmen Sie für diese letzte Sendung, so wie die frühern, zu welchen ich geschwiegen habe, meinen aufrichti gen Dank und erhalten mir eine fortdauernde Theilnahme Weimar den 11 November 1806. Goethe

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