Brief
Von Christoph Martin Wieland (Mai? 1794)
Kurzer Lebensbericht und Empfehlung für J. Ruckert, der durch seine sehr bigotte Mutter [...], noch eh er gebohren war, dem geistlichen- u. Klosterstande durch ein Gelübde gewidmet worden sei. Ruckert sei in die Zisterzienserabtei Schönfelden bei Heilbronn aufgenommen worden. Er habe sich ohne fremde Anleitung philosophische Kenntnisse erworben und einige Schriften von Kant und K. L. Reinhold studiert. - Die Furcht vor der Weihe zum Subdiaconat und das Verlangen, seine Philos. Studien zu Jena unter Reinhold [...] fortzusetzen, trieben ihn zu dem verzweifelten Entschluß vor ungefähr 6 bis 7 Wochen, dem Kloster zu entfliehen. Mit Hilfe des Fürsten L. F. K. von Hohenlohe-Öhringen habe sich Ruckert auf den Weg nach Jena begeben. Er scheine Unterstützung wohl zu verdienen.
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