Brief
An Ludwig Julius Friedrich Höpfner (erste Hälfte April 1774)
Lieber Höpfner, da schick ich euch einen Franckfurter, der ein braver Mensch ist, wie ihr ihm ansehn müsst. Er ist eures Beystandes Werth, und er bedarf sein. Jura will er studiren, ich bitte euch macht dass er Geschmack dran findt . Er hat viel Fleis, viel Talente und eine gute Seele, seine häuslichen Umstände sind nicht die besten. Sprecht ihm Muth und Trost zu, und – ich kenn euch und hab schon zuviel gesagt.
Euerm Weiblein ist's doch wohl an eurer Seite, und Euch? Merck ist fort. Ich treib ein unruhiges Leben, und vergesse meine Freunde nicht.
Ich dachte diese Messe als Autor dem geehrten Publiko einen abermaligen Reverenz zu machen, ist aber in Brunne gefallen. Lebt wohl, und grüsst eure Liebe herzlich
Goethe.
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