Brief
Von Karl Cäsar von Leonhard (10. April 1823)
Freude über G.s Genesung. - Um nicht mit ganz leerer Hand zu erscheinen, habe L. den 1. Bogen seiner "Charakteristik der Felsarten" (Ruppert 4799) beigefügt, dem weitere folgen werden. Der Versuch sei höchst schwierig, da keines der existierenden Lehrbücher, mit Ausnahme von J. F. d'Aubuissons "Traité de géognosie", getreue u umfassende Schilderungen aller Felsarten lieferten. L. habe mehrere Jahre das verstreut vorhandene Material gesichtet und gesammelt, so dass nun eine Gebirgsarten-Sammlung, vielleicht so vollständig u auserlesen, als je ein Privatman sie beseßen, entstanden sei. Über seine Recherchereise nach Paris und den Austausch mit den ausgezeichnetesten dortigen Gelehrten wolle L. in seinen nächsten Briefen ausführlicher berichten. - Gegenwärtig sei L. durch die beginnenden Amtsgeschäfte als Prorektor der Universität Heidelberg für das kommende Jahr sehr ausgelastet. - Angebot, Handstücke seiner Schrift "Nephelin in Dolerit am Katzenbuckel" (mit L. Gmelin, vgl. Ruppert 4806) zu senden, falls G. sie noch nicht besitze (vgl. aber RA 9, Nr. 1444).
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