Brief

Von Karl Ludwig von Knebel (30. Dezember 1824)

Neujahrswünsche. - Dank für die zwei Exemplare der Medaille (mit G.s Bildnis, von A. Bovy nach C. Rauch), die auch K. W. Göttling erfreuen werde, der wegen der Übersendung seines Buches ("Aristotelis Politicorum"; vgl. RA 10, Nr. 942) einen Wink G.s wünsche; erwähnt: K.s Sohn Bernhard. - G.s Beschäftigung mit Schillers Briefen sei sehr lobenswerth. Bedauern über den Verlust solcher Freunde. - Über K.s Beschäftigung mit Lord Byron und seinem Gefolge. Die von R. C. (und A.) Dallas herausgegebene "Correspondance de lord Byron avec un ami" löse das räthselhafte von Byrons Seyn und Betragen ziemlich auf. Die Briefe, meist mit anmuthiger Laune und fast kindlicher Naivetät geschrieben, machten einen Kontrast zu seinen Gedichten. Lord Byrons Talent sei nur mit dem G.s zu vergleichen. - Bitte um Übersendung von F. M. Klingers Brief (RA 10, Nr. 1045); er sei ein alter etwas rauher Fels. - Über die hiesigen und abwesenden Freunde könne K. nicht viel schreiben: D. Gries in Stuttgart empfehle sich; den Schwestern (S. Bohn und E. Wesselhöft) wolle der Schwäbische Himmel nicht wohl gedeihlich werden. K. Meyer befinde sich in Leipzig bei G. Hermann; erwähnt: Lord Byrons "Childe Harold's Pilgrimage". - In K.s Haus steht es ganz wohl: Seine Ehefrau hätte einen sehr heftigen Zufall von Kolik und Krämpfen bekommen; erwähnt: Doktor J. D. Stark d. J. Empfehlung an G. und dessen Familie.

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