Brief
Von Johann Jakob Wagner (7. Februar 1805)
Übersendung seiner Schriften "Von der Philosophie und der Medizin" und "System der Idealphilosophie" (Ruppert 3141f.) mit Hinweis auf Vorrede und Epilog im 1. Werk. Erläuterung seines wissenschaftlichen Standpunktes: Bis zur Wiedervereinigung der zur Trennung verurteilten Elemente Freiheit und Notwendigkeit gelte es, beide gesondert, und zwar als Spekulation und als Empirie zu organisieren. Über die Rolle der Philosophie als Methode und der Wissenschaft als Empirie, die eine Welt- und eine Naturgeschichte erzeugen würden und aus deren innigster Vermählung endlich noch ein drittes und höchstes hervorgeht, nämlich eine klare Poesie der Weltansicht. Von der notwendigen Wandlung der Spekulation in einen rein mathematischen formalismus - ein Organon. Erklärung der Übereinstimmung mit Fichte und Gegnerschaft zu Schelling, der mit seiner "Philosophie und Religion" in der Spekulation untergegangen war. Bitte um G.s Urteil. - Hinweis auf W.s "Grundriß der Staatswissenschaft und Politik" (Leipzig 1805) und seine Absicht, ein Journal für Wissenschaft und Kunst unter Ausschluß der Spekulation herauszugeben. Klage über die große Behinderung seines Schaffens durch das Fehlen einer guten Bibliothek, wie sie in Jena, Weimar oder Göttingen vorhanden sei.
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