Brief
Von Friedrich Schiller (21. April 1797)
Durch ein Geschäft sei S. an einer ausführlicheren Antwort auf G.s letzten Brief gehindert. Aus allem, was G. sage, werde es S. immer klarer, daß die Selbstständigkeit seiner Theile einen Hauptcharakter des epischen Gedichtes ausmache. Der Zweck des epischen Dichters sei die bloße, aus dem Innersten herausgehohlte Wahrheit. Ausführliche Erläuterung dieser These und Kennzeichnung des Gegensatzes zum Verfahren des tragischen Dichters. - G.s Idee von dem retardierenden Gange des epischen Gedichts leuchte S. ganz ein; er könne aber noch nicht feststellen, inwieweit dieser bei "Hermann und Dorothea" fehle. Erwartung weiterer Resultate von G.s Überlegungen, besonders für das Drama.
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