Brief
Von Karl Ludwig von Knebel (15. Dezember 1795)
K. dankt für das leckre Graziengeschenk (Gänseleberpastete) und für G.s fortdauernde Theilnahme an seiner Übersetzung der Elegien (vgl. "Elegien von Properz", Ruppert 1428). Aus beyliegendem werde G. seine Ansichten zu Schillers Anmerkungen (vgl. RA 1, Nr. 1512) ersehen. Seine Arbeit sei das Resultat mancher Beobachtungen und Abstraktionen, und er habe nicht so leicht ohne Grund etwas hingesezt oder stehen lassen. Er wisse, daß es noch zu poliren giebt. Zuerst sei jedoch die Sache selbst, Sinn und lebendiger Ausdruck, zu verbessern. Letzteres scheine unsern strengen Rigoristen eine Nebensache, [...] wofern nur die Sylben richtig sind. Daß der Uebersezer solcher Werke einen leichtern Stand habe, als der Orginaldichter, sei nicht wahr. Vorschlag: [...] laß uns deine Elegien wegnehmen, das übrige ist ja meistens Gewäsch [...]. G. solle dem Jenischen Aristarch (Schiller) wenigstens für seinen guten Willen danken. - Der Nürnberger Auftrag sei schon besorgt.
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