Brief
Von Johann Heinrich Meyer (27. Juni 1804)
Die beiden Madonnenköpfe für J. S. K. Morgenstern habe M. fast fertiggestellt. M. wolle noch diese Woche mit den Zeichnungen von Majolikaschüsseln beginnen (vgl. "Über Majolikagefäße", Beilage zum IB der JALZ 1804 August) und wünsche zu wissen, was aus Knebels Majolikasammlung nach G.s Meinung für unsern Zweck am brauchbarsten sei. Bitte, ihm durch Eichstädt eine Kupferplatte zukommen zu lassen. Vermutungen über die zeitliche Einordnung eines Tellers aus Knebels Sammlung in eine spätere Zeit als die der Carracci und ihrer Schüler, unter Hinweis auf die Nachricht welche Vasari davon giebt (? Vasari "Delle vite d'piu eccelenti pittori, scultori et architetti", Ruppert 2323). - G. möge ihm durch einen Brief die Erlaubnis zur Anfertigung einer Kopie seiner "Madonna della Sedia" nach Raffael beim Herzog August von Sachsen-Gotha erwirken (vgl. RA 4, Nr. 1574). - Da Herzog Karl August ein Gemälde G. Renis doch noch von - J. F. Frauenholz ankaufen wolle, schlage M. vor, dieses Gemälde in der Weimarer Kunstausstellung 1804 zu zeigen und von G. dazu eine historisch kritische Nachricht zum Bild im IB der JALZ zu veröffentlichen.
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