Brief
Von Achim von Arnim (19. November 1809)
Empfehlung für seinen Freund W. Grimm, der ein paar Monate in den Berliner Bibliotheken gearbeitet habe und nun die in Weimar und Jena benutzen möchte. G. möge sich seine Volksliederübersetzungen und Sagensammlung vorlegen lassen ("Deutsche Sagen", Berlin 1816-1818). Unter allen Kennern der älteren deutschen Literatur gebe es keinen, der Grimm und seinem Bruder (Jakob) an Wahrheitsliebe, Gründlichkeit, Umfassung und Fleiß gleichkomme. Davon zeuge seine Rezension der Ausgabe von F. H. von der Hagens "Der Nibelungen Lied" (Ruppert 793) in den Heid Jbb (1809, phil. Abt., Heft 4f.) und sein Aufsatz "Über die Entstehung der altdeutschen Poesie und ihr Verhältnis zu der nordischen" in Daubs und Creuzers "Studien" (Bd. 4, 1808). W. Grimm könne auch von den verzweifelt kühnen Kriegshandlungen F. von Schillers und des Herzogs Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Oels sowie über die Berliner Aufführung der neuen Bühnenbearbeitung von G.s "Götz" berichten. - Für die "Wahlverwandtschaften" (Tübingen 1809) sage ich im Namen vieler Freunde und Bekannten einen schmerzlichen Dank. - Empfehlung von Brentano.
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