Brief

Von Ottilie von Goethe (6. August 1823)

Sie freue sich, dass G.s schriftlicher Gruß ("An Lord Byron") noch in Livorno in Byrons Hände gelangt sei, da C. Sterling diesem sogleich nach Genua geschrieben habe (vgl. Mommsen 6, 638). Hinweis auf Byrons Antwort an G. (RA 10, Nr. 277). O. von Goethe sei glücklich über die so zustande gekommene Verbindung zweier großer Dichter über trennende Länder und Nationen hinweg. - Bericht über ihren Aufenthalt in Eisenach. Alle seien freundlich zu ihr gewesen, dennoch würde sie verzweifeln, wenn sie dort leben müsse. Bei solchen Reisen in kleine Städte fühle sie erst richtig, wie verwöhnt sie in Weimar lebe. - Sterling gehe als lieber Freund im Hause täglich ein und aus. Schwärmerische Charakteristik seiner Person; auch A. von Goethe schätze ihn. O. von Goethe sei sicher, dass auch G. von Sterlings Wesen angetan sei. Durch die Vermittlung des Freundes sei sie erneut mit Byrons Werken in Berührung gekommen; erwähnt: die nun in ihrem Besitz befindlichen 5 Gesänge des "Don Juan", "Heaven and Earth" und "Cain"; letzteres Stück habe sie besonders beeindruckt (vgl. G.s Rezension in "Über Kunst und Altertum" V 1). Näheres über G.s Verhältnis zur Poesie Byrons. - Freude darüber, dass G. den Reiseplan A. von Goethes gebilligt habe. - Hof- und Familiennachrichten; dabei erwähnt: Großherzogin Luise, H. von Pogwisch, Gräfin O. Henckel, U. von Pogwisch sowie Walter und Wolfgang.

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