Brief
An Gerhard Fleischer (27. Dezember 1811)
Für das übersendete Exemplar des Taschenbuchs Minerva bin ich um so dankbarer, als es mir außer seinem Werthe noch ein Zeugniß gab Ihres fort dauernden Andenkens. Herrn Geh. Rath Jacobi werde für sein Werk selbst meinen Dank abstatten.
Etwas Poetisches für Ihr Ta schenbuch wäre ich in dem Augen blick nicht im Stande zu übersenden. Damit ich aber vorerst meinen guten Willen beweise, so könnte ich Ihnen eine Sammlung kurzer Anzeigen der neusten Werke, der neuern Künstler, wie sie uns seit einem Jahre unter die Augen gekommen, übersenden mittheilen, unter der Firma der Weimarischen Kunstfreunde (W.K.F.) die Ihnen wohl aus der Jenaischen Literaturzeitung bekannt seyn wird. Da Ihr Taschenbuch Minerva heißt, so würden Urtheile über bildende Kunst ihm nicht fremd seyn, u die lebende Deutsche u Römische Kunstwelt würde zur Aufmerksamkeit auf Ihr Taschenbuch geleitet werden. Vielleicht findet sich sonst noch eine Gelegenheit Ihnen gefällig zu seyn. Der ich indessen recht wohl zu leben wünsche und mich zu geneigtem Andenken empfehle.
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