Brief

Von Karl Friedrich Graf Reinhard (3. Mai 1824)

Freude über die Nachricht von G.s überstandener Krankheit; erwähnt: G.s Familie. - Ausführliche Schilderung des Werbens von G. von Diemar für seinen Sohn G. K. A. von Diemar um R.s Tochter Sophie. Bitte, einem Freunde in Weimar (F. von Müller) aufzutragen, sich sowohl über die Karriere- und Besoldungsaussichten des jungen von Diemar als auch über dessen Persönlichkeit und die ökonomische Lage der Familie [...] Aufklärung zu verschaffen; erwähnt: der Oheim A. von Diemar, der Großherzog von Baden, der Herzog von Sachsen-Meiningen und R.s Familie. - Über die nachlassende Wirkung von R.s Kur und erneute Gichtanfälle. - V. von Wimpffen habe ihre Schwester Friedoline durch Schwindsucht verloren. A. Jacobi, Tochter von G. Jacobi und eine Freundin S. Reinhards, wohne in R.s Haus. - Vor einigen Wochen habe R. ein Fernrohr von J. Fraunhofer aus München erhalten, er sei aber noch ungeschickt in der Manipulation. - Frage, ob G. in seinen Plan, die Revolution poetisch zu gewältigen, die Jesuiten aufgenommen habe. - R. Harnier habe zwei in R.s Schreibtisch eingeklemmte Blätter gefunden: das Eine: Geschichte der Farbenlehre aus Göthens Munde, d. 9ten July 1807 (vgl. auch G.s Tagebuchnotiz), und das Konzept von R.s Brief an C. de Villers, Carlsbad ce 28 Juin 1807 (vgl. LA II 4, 143-145). Zu R.s Vorschlag, Villers möge der Herold von G.s "Farbenlehre" in Frankreich werden (vgl. RA 5, Nr. 701); erwähnt: Villers' "Philosophie de Kant". - Die Ankündigung von "Zur Naturwissenschaft überhaupt, besonders zur Morphologie" (II 2) und von "Über Kunst und Altertum" (V 1) im Katalog der Leipziger Messe zeigten R., dass G.s Geist weiter durch alle gewohnten Kreise seiner Thätigkeit fliege. - S. Boisserée habe Paris verlassen, wo es ihm wohlergangen sei. - Grüße an O. von Goethe.

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