Brief
Von Karl Friedrich Reinhard (30. Mai 1811)
G.s Brief habe sich mit dem von R. gekreuzt, dem auch ein weiterer Brief an den jungen Freund eingeschlossen war, den Sie so gütig aufnamen (S. Boisserée). Wegen seiner Befürchtung, jenes Paket habe G. nicht erreicht, bittet R. hierüber um eine Zeile Antwort. Die hohe Polizei unsrer hies. Posten habe ihre Überwachungsmethoden so vervollkommnet, daß das Ankommen von Briefen die Ausnahme sei. Überbringer dieses Briefes sei Graf W. A. H. Schönburg, der über Weimar zu seinen Gütern und nach Karlsbad reise. - C. de Villers habe wie Paulus, an den Kayser (Nero) appelliert und sei unter den Flügeln des Königs (Jerôme von Westfalen) nach Paris gereist, damit ihm dort der Mächtigste (Napoleon) den von R. erbetenen Schutz vor dem Mächtigen (L. N. Davout) gewähre. - Hoffnung, von G. aus Karlsbad einen Brief zu erhalten. - Durch die Versetzung seines Legationssekretärs E. Lefebvre nach Berlin verliere R. einen guten Freund. - R. fürchte inzwischen angesichts der deutschfeindlichen Haltung der Franzosen in Westfalen um seine politische Zukunft.
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