Tagebucheintrag
Reisetagebuch Italien 1786, 14. Oktober 1786
Venedig d. 14. due ore dopo Notte.
In der letzten Stunde meines hierseyns, denn ich gehe dieseNacht mit dem Courier schiff nach Ferrara. Ich verlaße Venediggern. Um mit Vergnügen und Nutzen hier zu bleiben, müßt ich andre Schritte nun thun, die ausser meinem Plane liegen. Auchist ietzt die Zeit da alles die Stadt verläßt. Ich trage das sonderbare,einzige Bild mit mir fort und so vieles andre. Ob ich gutaufgepaßt habe, sollst du sagen, wenn ich zurück komme undwir über diese Gegenstände sprechen. Mein Tagebuch biß heute hab ich dem Fuhrmann mit gegeben, es kommt also später alsich glaubte, doch wünsch ich zur guten Stunde.
Das Clima mögt ich dir zusenden oder dich darein versetzenkönnen. Sonst wäre hier für uns beyde keine Existenz. Lebewohl. Seit Verona hab ich mich nicht von dir entfernt, nun gehts weiter und weiter.
Sonderbar! Ich sehe aus den Zeitungen daß über dem Gebürgdas Wetter entsetzlich muß geraßt haben. Die Iser hat großenSchaden gethan. Es kann keine zwey Tage, nachdem ich siepaßirt, geschehen seyn.
Hier hab ich einige Regengüße, einen sehr starcken Nachts, mitDonner und Blisen, erlebt. Diese Wetter kommen aus dalmatienherüber. Es ist aber alles gleich vorbey. Der Himmel hellt sichaus und die Wolken werfen sich an das Friauler, Tyroler und Paduaner Gebürg. Im Florentinischen haben sie auch ein entsetzlich Donner wetter mit Plazregen gehabt. Es scheint dasselbegewesen zu seyn was ich in Verona abwartete.
Bezüge im Wissensnetz
Erwähnt (7)
GZP-Knowledge-GraphTeil von (2)
Weitere QuellenHat Sprache (1)
GZP-Knowledge-Graph- Deutsch