Brief
Von Friedrich Heinrich Jacobi (7. Juni 1794)
Empfangsbestätigung für G.s zwey Brieflein vom 6ten und 23ten May. J. äußert sich zustimmend zu der von G. übersandten Schrift Fichtes "Über den Begriff der Wissenschaftslehre" (1794). Du lachst mich wohl aus wenn ich dir sage daß auch dieser neue Profeßor mit meinem Kalbe, ja mit allen meinen Kälbern, und nicht für die lange Weile, gepflügt hat. Weitere Lektüre Fichtes wird in Aussicht gestellt. - Von Ende April bis 5. Mai 1794 seien J. und seine Schwester Lene in Münster bei der Fürstin Gallitzin gewesen; distanziertes Urteil: Ihre Vorurtheile täuschen sie auf eine mir unbegreifliche Weise [...]. - Mit C. W. von Dohm habe J. wegen der Zeitereignisse beraten. Man hoffe, daß sich die Alliierten genug verschanzen könnten, um Zeit zu gewinnen, noch mit einigem Anstande Friede machen zu können. Wenn wir diesen bald erhalten. So hat die Sache gut genug geendigt; denn, wären den gekrönten Häuptern Lorbeern geworden, es würde nicht auszustehn gewesen seyn wie sie sich bemüht haben würden, uns die Menschheit, damit wir sie nicht mehr befleckten, auszuziehen. - Weitere Mitteilungen über J.s und G.s Reisewagen, über Familienbegebenheiten und über die laut einliegendem Briefe augekündigte englische Übersetzung der "Iphigenie" (von W. Taylor of Norwich; Ruppert 1850). "Reineke Fuchs" werde mit Sehnsucht erwartet. - Deinen Brief vom 6ten May: lieber alter Freund, laße ich unbeantwortet. Du schreibst mir wohl nach Jahr und Tag über einen Inhalt einen andern..
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