Brief
Von Karl Ludwig von Knebel (22. Dezember 1795)
K. dankt Tausend-Tausendmal für die Nachricht wegen Herder. - G.s Liebe zu K.s adoptirten Elegien (vgl. "Elegien von Properz", Ruppert 1428) sei unvergeltbar; K. sei mit allem im voraus zufrieden, was G. ändern und ordnen werde. Die in dem leztern Scripto von Schiller geforderten Änderungen wegen Versbau und Sylbenmaas seien aber nicht auf Kenntniß noch Geschmack der Sache und der Sprache gegründet (vgl. RA 1, Nr. 1512 und RA 1, Nr. 1515). K. verteidigt an Beispielen aus dem Properz den Gebrauch des doppelten Trochäus zu Anfang des Pentameters und die Notwendigkeit, die zweysilbigen Pronomina [...] als kurze zu gebrauchen. Da G. in der Lage sei, auch hierüber Regel auf dem Parnaß zu geben, und K. den Reinecke Fuchs für das beste, und der Sprache eigenthümlichste, Werk teutscher Prosodie halte, solle er andern nicht aus Nachsicht zu viel einräumen. - Nochmaliger Dank für die spanischen Novellen; der französ. Uebersezer ist äusserst willkührlich.
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