Brief
Von Friedrich Schiller (19. Februar 1795)
S.s geplante Reise zu G. sei durch seinen schlechten Gesundheitszustand bedroht. - Von C. G. Körners Urteil über "Wilhelm Meisters Lehrjahre": Er finde in dem Buch alle Kraft aus Werthers Leiden, nur gebändigt durch einen männlichen Geist, und zu der ruhigen Anmuth eines vollendeten Kunstwerks geläutert. - Zustimmung zu G.s Meinung über Kants Schrift "Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen" (Königsberg, 2. Aufl. 1771): Die Ausführung ist bloß anthropologisch und über die letzten Gründe des Schönen lernt man darinn nichts. Über Herders glücklich gewählten und ausgeführten Aufsatz "Das eigene Schicksal". - S. erläutert seine Ablehnung einer Berufung als Professor an die Universität Tübingen. - Von A. von Humboldt seien noch keine bestimmten Nachrichten aus Bayreuth eingetroffen. - Anbei sende S. auch F. A. Weißhuhns "Beiträge zur Synonymistik" (vgl. "Philosophisches Journal", 1795).
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