Normalzeugnis Zeugnis
Campagne in Frankreich. 29. 8. 1792 (WA I 33, 19)
Am neun und zwanzigsten August geschah der Aufbruch aus diesen halberstarrten Erd- und Wasserwogen, langsam und nicht ohne Beschwerde ...
Die Aufmerksamkeit jedoch, welche die höchsten Heerführer diesem Abmarsch zuwendeten, gab uns frisches Vertrauen. Auf das strengste war alles Fuhrwerk ohne Ausnahme hinter die Colonne beordert, nur jeder Regiments-Chef berechtigt eine Chaise vor seinem Zug hergehen zu lassen; da ich denn das Glück hatte im leichten offenen Wägelchen die Hauptarmee für dießmal anzuführen. Beide Häupter, der König sowohl als der Herzog von Braunschweig, mit ihrem Gefolge hatten sich da postirt, wo alles an ihnen vorbei mußte. Ich sah sie von weitem und als wir heran kamen, ritten Ihro Majestät an mein Wäglein heran und fragten in Ihro lakonischen Art: wem das Fuhrwerk gehöre? Ich antwortete laut: Herzog von Weimar! und wir zogen vorwärts. Nicht leicht ist jemand von einem vornehmern Visitator angehalten worden ...
Abends erquickten wir uns im Lager bei Pillon. Eine liebliche Waldwiese nahm uns auf, der Schatten erfrischte schon, zum Küchfeuer war Gestrüpp genug bereit, ein Bach floß vorbei und bildete zwei klare Bassins, die beide sogleich von Menschen und Thieren sollten getrübt werden. Das eine gab ich frei, vertheidigte das andere mit Heftigkeit und ließ es sogleich mit Pfählen und Stricken umziehen. Ohne Lärm gegen die Zudringlichen ging es nicht ab. Da fragte einer von unsern Reitern den andern, die eben ganz gelassen an ihrem Zeuge putzten: wer ist denn der, der sich so mausig macht? Ich weiß nicht, versetzte der andere, aber er hat Recht.
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