Normalzeugnis Zeugnis
H. G. v. Bretschneider an Nicolai 8. 1. 1776 (Werner1 S. 6)
Göthe ist noch in Weimar. Ein Umstand den ich noch nicht gewust habe und der ihn bewogen haben soll, eine Zeitlang sich zu entfernen, ist dieser: Es ist in Frankfurt eine reiche Banquiers Witbe Schönemannin reformirter Rel. die eine artige Tochter hat mit welcher sich Göthe schon lange Zeit führt. Er hielt endlich förmlich um sie an die Mutter bat sich Bedenk Zeit aus, lies nach einigen Wochen Göthen zum Essen bitten und declarirte in einer grossen Gesellschaft Göthes Ansuchen mit der Antwort dass sich die Heyrath wegen der Verschiedenheit der Religion nicht wohl schicke. Eine Grobheit die Göthe freilich sehr übel nehmen muste, weil sie ihm dieselbe eben so wohl hätte allein sagen können, die Frau sagt aber, sie hätte der Sache auf einmahl ein Ende zu machen kein besseres Mittel gewust und sich bey einer Zusammenkunft tete a tete für seinem Disputiren gefürchtet.
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