Brief
Von Johann Heinrich Meyer an Karl Ludwig von Knebel (nach 15. Juli 1796)
M. habe Rom verlassen, wo es weder sicherer noch ruhiger, aber der Wunderdinge wegen interessanter gewesen wäre (vgl. Anlagen zu RA 2, Nr. 285), sei aber statt nach Neapel nach Florenz gegangen. Zweifel über die durch Kommissare zu treffende Auswahl der 100 Kunstwerke, die Frankreich von Rom für seinen Friedensschluß erhalten solle, M. beklagt den Schaden, der damit der Kunst und dem Geschmack zugefügt werde. Sonst gilt es ganz gleich wo Kunstwerke stehen in jedem Lande gehören sie denjenigen an welche kommen und sie anschauen wollen. - Freude über das baldige Erscheinen von Knebels Übersetzung "Elegien von Properz" ("Horen" 1796). M. schlägt vor, dieser Ausgabe Zierrathen von alten Kunstwerken beizugeben. In Florenz befinde sich bei den Antiken unter anderem eine schöne Darstellung der Entführung des Ganymedes, ein eindrucksvolles Basrelief von der Geschichte der Alceste und eine etruskische Darstellung vom Ulisses [...] bey den Sirenen, die sich dazu eigneten.
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