Normalzeugnis Zeugnis
Döde Schultheß an Bäbe Schultheß 7. 6. 1788 (Schultheß-Rechberg S. 172)
Vetter und ich spazieren oft miteinander wir gehen zuerst immer in die Kirchen ... Es thut mir so leid das niemand nichts darvon sagt auf die Reichenau zu gehn, aber ich kanns darnach wohl begreiffen das ihnen so was zu gemein ist – doch ists nur eine Stunde weit, ach du solltest Ihn hören erzehlen wenn man nur alles aufsetzen könnte ...
Gestern spazierten wir alle mit dem bedienten hintendrein um die ganze Stadt herum, darnach auf den Platz wo die Genfer musterten da sah ich vielerley leute besonder junge Damen ...
Ich will gern sehen wann wir fortgehn, es freut mich einmahl Post zu fahren aber von da weg von den kurzweiligen leuten nicht, das muß ich dir noch sagen wie wir kurios leben, deß morgens trinkt K. ganz früh auf seinem Zimmer seyn Kafee, darnach trinken wir unser thee zusamen nemlich die Mama der Vetter und ich, wo oft Herr K. bey uns ist, das währt so bis 8 uhr nacher kommt der andre so um ½ 9 uhr auch und ißt Butterschnitten dann raucht der V. u. wir sehen zum Fenster hinaus oder ich Arbeite, K. ist oft auf seinem Zimmer und die andern Mama u. G. reden mit einander. Das währt bis 1 uhr dann speißen wir an einem ovalen Disch Gügeli u Däubli u. s. w. sitzen so bis ½ 3 uhr dann es wird immer erzehlt – nicht nur geeßen – Dann um 6 uhr das thee, u. um 7 spazieren – u. zuletzt um ½ 9 uhr zu nacht gespiesen 10 ½ 11 geschwatzt u. erzehlt.
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