Brief
Von Friedrich von Schiller (20. Mai 1803)
Zu J. H. Voß' "Zeitmessung der deutschen Sprache" (Ruppert 722), die er beiliegend zurückschicke. G.s Gedanke, sie zu schematisieren, sei das einzige Mittel, sie brauchbar zu machen. - Klopstocks "Hermanns Schlacht" (Hamburg und Bremen 1769) sei ein kaltes, herzloses, ja fratzenhaftes Produkt und für das Theater völlig unbrauchbar. - S.s kleines Lustspiel ("Der Neffe als Onkel" nach Picard) habe das Publicum sehr belustigt. "Der Parasit" (nach Picard) könne nicht einstudiert werden, da J. J. Graff und J. H. C. L. Becker mit A. H. Niemeyers Stück ("Die Fremde aus Andros" nach Terenz) für Lauchstädt viel zu tun hätten. - Glückwunsch zum Verkauf des Gutes in Oberroßla. - Was Cotta uns neues mitbringt, werd ich melden und zugleich ein paar Gedichte mitschicken, die in diesen Tagen entstanden (vgl. RA 4, Nr. 737). Warmherzige Fürsprache zugunsten des Schauspielers F. A. Grimmer, den S. habe lesen lassen, v.a. im Hinblick auf die Bedürfnisse des Weimarer Theaters im Winter; Vergleich mit F. Cordemann.
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