Brief

Von Karl Friedrich von Both (15. Oktober 1820)

Auf G.s Wunsch übersende B. einen Abdruck eines in seinem Besitz befindlichen, mit Bilderschrift versehenen Siegelringes; erwähnt: ein hiesiger Freund der Orientalischen Sprachen, dem B. den Ring zum Zweck der Entzifferung anvertraut habe (? A. T. Hartmann; vgl. Gemmenkatalog, 258 f.). - Der Seltenheit wegen lege B. einen kleinen Band Plattdeutscher Gedichte bei (D. G. Babst "Uhterlesene pladdütsche Gedichte", Ruppert 830). Ihr poetischer Werth sei vielleicht gering, doch seien die Mundart des hiesigen Volkes ziemlich richtig angetroffen und manche Sitten und Gebräuche hiesiger Gegend treu geschildert; Hinweis auf die Seiten 65, 117 und 191 (mit den Gedichten "De Schwaansche Koken", "De Warnminner" und "De Rostockschen Dregers"). - A. von Preen sei es jetzt gelungen, einen Zeichner des Blücher-Platzes zu erhalten (J. D. Andorff; vgl. RA 9, Nr. 646); erwähnt: Eine hiesige Dame, die eine Zeichnung entworfen und dem Erbgroßherzog (? Paul) bei dessen Abreise (aus Rostock) überreicht habe. - Das von G. empfohlene Gedicht "Olfried und Lisena" (von A. Hagen) habe B. nach langem vergeblichen Suchen in Berlin gefunden; erwähnt: der Buchbinder. - Dank, auch im Namen R. von Boths, für den mit G. in einer so traulichen Umgebung (bei Knebels in Jena) verbrachten Abend des 24 August (vgl. G.s Tagebuchnotiz).

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