Brief

Von Johann Heinrich Meyer (24. September 1789)

Krankheit habe ihn gehindert, G. früher zu antworten. Die ihm zugesicherte finanzielle Unterstützung erlaube ihm, alle seine Wünsche in Betracht des Studiums der Kunst zu erfüllen. Er wolle Werke von eigener Erfindung ausführen und bedeutende Kunstwerke außerhalb Roms in Italien studieren, vor allem durch Venuti Zugang zu den Gemälden in Portici erlangen. Aufstellung eines Zeitplanes für die folgenden zwei Jahre, in denen M. für Herzogin Anna Amalia zum Bildnis der Juno das des Jupiters anfertigen wolle und außerdem die Zeichnung "Ödipus und die Sphinx" und noch nicht vollendete Kopien nach Raffael, Domenichino sowie Annibale Carracci zu beenden gedenke. Von Juli bis Oktober 1790 wüsche M. nach Neapel zu gehen und im Frühjahr 1791 über Florenz und Mailand nach Weimar. Bitte um Beurteilung des Planes. Vor allem müsse er gesund werden und dürfe nicht dem Beispiel seines Freundes H. Koella folgen. - Für Anna Amalia habe er noch keine Zeichnung fertigstellen können. Die angekündigten 43 Scudi habe er noch nicht erhalten, da Reiffenstein noch keine Order zugegangen sei. G. möge ihm den Zahlungsgrund mitteilen, da Anna Amalia die von M. geforderten 43 Scudi selber zahlen wolle. - M. freue sich auf G.s "Tasso". Grüße an Herder.

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