Brief

Von Karl Cäsar von Leonhard (30. August 1816)

G.s langes Schweigen und das Gerücht, er habe einen Unfall (mit der Kutsche am 20. Juli) erlitten, hätten L. sehr beunruhigt, bis F. von Jacobi die Nachricht übermittelt habe, G. habe ein Bad in der Nähe Weimars (Tennstedt) aufgesucht. - Über die schwierige Eingewöhnung von L. und seiner Frau in München und den bevorstehenden Wohnungswechsel. Durch die Arbeit an seiner Antrittsrede in der Akademie der Wissenschaften über "Bedeutung und Stand der Mineralogie" (vgl. Ruppert 4797) habe er noch keine Muße zum Auspacken u Ordnen gefunden. Die Rede werde am 12. Oktober, dem Namenstag des bayerischen Königs, in der öffentlichen Sitzung der Akademie gehalten. - L.s "Propädeutik der Mineralogie" (mit K. L. Gärtner und J. H. Kopp) sei bis auf die sechs Kupfer (von K. Felsing) zur Petrefactenkunde abgeschlossen. Diese umfassende Arbeit sei zumindest das ehrenwerthe Denkmal deutschen Fleißes. - Falls G. im Herbst Nürnberg besuchen sollte, möge er seine Reise bis nach München verlängern, um an der Isarstadt ebenfalls herrliche Betrachtungen über Kunst u Alterthum anzustellen. - Mitteilung einer höchst interessanten mineralogischen Neuigkeit: G. B. Brocchi habe in der Nähe von Velletri (nahe Rom) im Bimsstein versteinerte Reste vierfüßiger Thiere gefunden.

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