Brief
Von Johann Heinrich Meyer (13. Mai 1797)
Freude über G.s Brief, der am 12. Mai 1797 angekommen sei. M.s Gesundheitszustand habe sich gebessert; dennoch wolle er nach der Schweiz gehen, wenn G. nicht bis Ende Juni käme. Denn das ist gewiß daß ich den Jammer und die Gefahr der Einsamkeit und der Ohnmöglichkeit sich mitzutheilen das trostlose verlaßene welches ich jetz so schwer Erduldet nicht mehr auszuhalten vermag. Er wolle auf G.s Wunsch alle eigenen in Italien angefertigten Kunstwerke nach der Schweiz senden. Während seiner Krankheit habe sich M. mit dem Problem der Wahl und Tauglichkeit von Gegenständen für ihre Darstellung in der Kunst befaßt. - Rat, den Aufsatz F. Müllers ("Schreiben Herrn Müllers Malers in Rom über die Ankündigung des Herrn Fernow von der Ausstellung des Herrn Professor Carstens in Rom", in: "Horen" 1797) streng zu prüfen, da er vom Streit der zwei sich bekriegenden Künstlerparteien in Rom beeinflußt sei. Differenzierte Einschätzung der fachlichen Vorzüge und Nachteile A. J. Carstens' als Kunstkenner. Dessen Schrift selbst könne M. nicht beurteilen. - Freude darüber, daß C. W. Hufeland M.s Ölskizze der Parzen zur Ausgestaltung seines Buches "Die Kunst das menschliche Leben zu verlängern" (Jena 1796) verwende. - Auf G.s Wunsch werde er sich um den Ankauf der Malereien nach den vatikanischen Logen bemühen. - M. hofft, daß G. seine Reise bereits angetreten habe.
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