Normalzeugnis Zeugnis

H. Meyer an Knebel 29. 11. 1815 (Knebel, Lit. Nachl. 2, 412)

Sie hätten mir ... kein angenehmeres Geschenk machen können, als mit der mir vor acht Tagen übersendeten Sammlung kleiner Gedichte ... Ich erinnere mich aus längst vergangenen Tagen her noch anderer Gedichte, die von Ihren Freunden mit ungetheiltem Beifall aufgenommen wurden. Ich meine nämlich von Ihren Freunden, Meistern der poetischen Kunst. So wurde z. B. die Übersetzung einer Hymne des Pindar von Herder sehr gelobt, und von zwei Epigrammen, welche Sie dem Tischbein in dessen Buch mit Zeichnungen geschrieben, eins auf den Löwen, und das andere auf die Störche, welche ihrem Nest entfliehen, weil das Haus, worauf sie gebaut, in Flammen steht; von diesen beiden Stücken hörte ich Goethen damals sagen, sie wären werth, in der griechischen Anthologie zu stehen.

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