Brief

Von Karl Friedrich Zelter (12. Januar bis 11. März 1806)

1806 Januar 12 In dem zerstreuenden Weltgewirr und bei seinem Übelbefinden habe Z. nicht komponieren können, wolle aber noch diese Woche an die Vollendung der Musik zur dramatischen Aufführung von Schillers "Glocke" (vgl. RA 5, Nr. 130) gehen. - Das in Berlin weilende Erbprinzenpaar von Sachsen-Weimar wolle Z. in der Singakademie bewirten. Er habe heute mit Wolzogen in Professor Fichtens Sontagskollegium darüber gesprochen. 1806 März 11 Dringende Bitte an G., nach Berlin zu kommen, ehe mein Sommer vergeht. Für Augusts Ankunft sei vorgesorgt. Er möge spätestens am 10. April eintreffen, um die Passionsmusik von Graun (? "Der Tod Jesu") zu hören. - Z.s Frau stehe vor der Entbindung, wozu alles eine glückliche Folge verkündigt (vgl. RA 5, Nr. 336). - Die Musik zur Glocke sei für Orchesterproben fertig, so daß Z. auf einige Wochen nach Weimar kommen wollte, was aber durch den Besuch des Erbprinzenpaares verhindert worden sei. Zu Wolzogens Besuch und seinem Eindruck von der Singakademie. Gestern sei Z. mit einer Kirchenmusik fertig geworden (Kantate für T. K. G. Woltersdorf "Der Fromme geht dahin"), die künftigen Sonntag (16. März) aufgeführt werde. - Bitte um ein Exemplar von G.s "Werken" A. Lob für G.s "Wilhelm Meisters Lehrjahre". - Vorschlag, daß G. seinen Sohn in Berlin abhole.

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