Brief

Von Ottilie von Goethe (24. Juni 1818)

Dank für die Gewährung von O. von Goethes Bitte (U. von Pogwisch zeitweilig beherbergen zu dürfen; vgl. RA 8, Nr. 343) und Freude auf G.s baldige Rückkehr. - Übersendung von G.s Gedicht "Urworte. Orphisch" (WA I 3, 95f.) in O. von Goethes Abschrift; erwähnt: A. von Goethe, der die griechischen Ueberschriften geschrieben habe. In dem Gedicht sei alles, was nur das Leben enthält und mit sich bringt, [...] lebendig [...] ausgesprochen. - Zwar danke O. von Goethe sehr für Schubarth (Zusendung von K. E. Schubarths "Zur Beurteilung Goethes"; vgl. Ruppert 1949 und RA 8, Nr. 351), doch könne sie das Buch nicht als Ersatz für die ausgebliebenen Bücher des Divans annehmen. Eine Einschätzung wolle sie nach der Lektüre geben. - Nachrichten aus Weimar: Großherzogin Luise erkundige sich häufig nach G.s Befinden. H. von Pogwisch könne wegen der unmittelbar bevorstehenden Niederkunft von Erbgroßherzogin Maria Pawlowna nicht nach Jena kommen; man erwarte die Geburt eines Prinzen (Karl Alexander am 24. Juni). Großherzog Karl August sowie Prinz Wilhelm und Prinzessin Marianne von Preußen seien angekommen. - Über den Gesundheitszustand von Walter nach der Pockenschutzimpfung. Ferner erwähnt: die Botenfrau (? K. Wentzel) und die (anonym erschienene) Schrift "Die Stimme des Zeitgeistes".

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