Brief

Von Karl Ludwig von Knebel (22. Dezember 1820)

Dank für G.s Brief. Über das Wetter und die Wintersonnenwende; erwähnt: K.s Familie. - K. preise G.s Absicht, etwas über den Homer zu geben (G. "Ilias", in: "Über Kunst und Altertum" III 2 und III 3). Es sei Zeit, Sinn und Geschmack für dieses Alterthum wieder zu erwecken. Die Kommentatoren (u. a. J. H. Voß, C. G. Heyne und F. A. Wolf) gingen meist nur auf das grammatikalische aus, der Geist gehe aber verloren. K. habe sich in die Griechen wieder verliebt und aus der Bibliothek den Athenäus ("Deipnosophistai") bringen lassen. - K.s Wunsch, zuweilen in Weimar bei G.s Unterhaltung mit H. Meyer über dessen Reise nach Berlin anwesend zu sein. - Über die Gipsabgüsse von einer von N. Spinelli gefertigten Medaille. Die Ähnlichkeit zwischen einer ihm bekannten Person (K. selbst) und M. Ficino könne K. auf den zugeschickten Abdrücken nicht erkennen; dabei erwähnt: Lorenzo I. de' Medici und Ficinos Platon-Übersetzung. - Um den Druck seiner Übersetzung des Lukrez nicht weiter zu verzögern, wolle K. das Ganze G. J. Göschen überlassen. Klage über den Ungeschmack unserer Freunde, die den Aufsaz von K. W. Baumgarten-Crusius voransetzen und G. Wakefields sämtliche Noten lateinisch hintenan bringen wollten.

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