Brief
Von Moritz August von Thümmel (26. Januar 1795)
G. gehöre unter die seltenen Künstler die, mit gleicher Täuschung, den Olymp und die Schenke - einen Gott und eine Gans - zu mahlen verstehn, wie sein Roman "Wilhelm Meisters Lehrjahre" von neuem beweise (vgl. RA 1, Nr. 1157). Um gehörig dafür zu danken, müßte T. die Empfindungen zergliedern, die G.s Werk auf jeder Seite in ihm hervorgerufen habe. Er habe sich nicht wenig seiner lebhaften Theilnahme an G. s Schilderungen gefreut, Hinweis auf die Anlage, ein Gedicht aus dem künftigen und letzten Band seiner "Reise in die mittäglichen Provinzen von Frankreich" (Leipzig 1791-1805). Lob des Kunstwerkes und Beifall für die trefflichen Gesänge des Harfners. Erwartung der Fortsetzung des Romans.
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