Brief
Von Friedrich Franz Kosegarten (20. August 1804)
Durch öffentliche Blätter und durch Briefe aus Dorpat und St. Petersburg wisse K. daß man jetzt ernstlich an der Erichtung der Universitäten zu Kasan und zu Charkow arbeite und daß G. sowie C. G. Heyne den Auftrag übernommen hätten, deutsche Gelehrte für diese zu gewinnen. Er sei neneigt, eine solche Lehrstelle anzunehmen, und bitte darum, seine Bewerbung zu berücksichtigen. Er lege ein Promemoria bei, in welchem er sich statt eigner Lobsprüche auf Männer berufe, die ihn persönlich und seit Jahren kennen. - Seine eigene schriftstellerische Tätigkeit sei neben G.s "Werther", "Götz von Berlichingen". "Wilhelm Meisters Lehrjahren", "Hermann und Dorothea" und den vielen andern schönen Dichtungen unwesentlich. Er fühle seine Alltäglichkeit und wolle nicht anders beurteilt werden. - Weitere Vorschläge: für die Arzneiwissenschaften den hiesigen Arzt G. F. W. Ellissen, der aus dem Hannoverschen stamme und in Göttingen promoviert habe; für Philosophie, Mathematik oder Physik K.s Bruder (Bernhard Georg), der sich in Estland aufhalte.
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