Brief
Von August Herrmann (22. April 1820)
Nachdem er schon vor zwei Jahren mit G. im Briefwechsel gestanden und G. seinen ersten, schwachen Versuch so freundlich aufgenommen habe, übersende H. sein nun beendigtes Gedicht -Anaporeusis- (vgl. RA 7, Nr. 1424). In G.s Urteil würde H. die Entscheidung suchen, ob das Gedicht der Publicität werth sey. Eine persönliche Bekanntschaft würde ihm eine der schönsten Perioden seines Lebens bedeuten. Vorbilder für sein Gedicht seien G.s "Hermann und Dorothea", "Luise" (von J. H. Voß), "Parthenäis" (von J. Baggesen), "Jucunde" (von G. L. Kosegarten) und "Diokles" von K. A. von Boguslawski gewesen. - H.s umliegende Gegend von 6-8 Meilen sei von allen Kennern der Dichtkunst, obgleich nicht von Gönnern und Liebhabern derselben, entblößt.
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