Brief
Von August Wilhelm Schlegel (11. September 1802)
S. übersendet durch F. Tieck seine Übersetzung von Calderons "Andacht zum Kreuz" und bietet sie zur Aufführung an, falls G. ein katholisches Stück mit Wundern vor das Publikum bringen könne. Vor mehr als zwey Jahren habe er gefragt, ob G. Wunder auf das Theater zu bringen wage, worauf G. erwidert habe. Wunder hätten an sich nichts bedenkliches, wenn sie nur sonst theatralisch eingerichtet wären. Bitte um Geheimhaltung und Rücksendung des Manuskriptes. Wie bei Shakespeare habe S. den Gedanken einer freyeren Bearbeitung aufgegeben, da die ganze Ausführung [...] mit der bestimmtesten Nothwendigkeit dasteht. Aus dem übersetzten Stück werde G. nicht einmal Calderons eigenthümlichste Seite kennenlernen. S. habe ihn seit etwa einem Jahre viel studirt, aber immer noch nicht genug. Auf Ostern werde S. anfangen, ein Spanisches Theater herauszugeben (vgl. Ruppert 1720).
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