Normalzeugnis Zeugnis
An Susanna v. Klettenberg 26. 8. 1770 (WA IV 1, 245; 7, 375)
Mein Umgang mit denen frommen Leuten hier ist nicht gar starck, ich hatte mich im Anfange sehr starck an sie gewendet; aber es ist als wenn es nicht seyn sollte. Sie sind so von Herzen langweilig wenn sie anfangen, dass es meine Lebhafftigkeit nicht aushalten konnte. Lauter Leute von mäsigem Verstande, die mit der ersten Religionsempfindung, auch den ersten vernünftigen Gedancken dachten, und nun meynen das wäre alles, weil sie sonst von nichts wissen; dabey so hällisch und meinem Graffen Zinzendorf so feind, und so kirchlich und püncktlich, dass – ich Ihnen eben nichts weiter zu sagen brauche ...
Wie offt habe ich ** Handelsmann Hebeisen in Straßburg? die Sache seiner Grillen und die Sache Gottes vermischen hören wenn er seinen Vetter ausschalt. Ich habe den Mann gern wir sind gute Freunde; aber schon als Hausvater ist er zu streng, und Sie können sich dencken was herauskommt wenn er die feinern Pflichten der Religion von seinen iungen rohen Leuten beobachtet haben will.
Eine andre Bekandtschafft, grad das Widerspiel von dieser, hat mir bisher nicht wenig genutzt. Ich soll durch alle Klassen gehn, so scheints gnädge Fräulen.
Herr ** Salzmann? ein Ideal für Mosheimen oder Jerusalemen, ein Mann, der durch viel Erfahrung mit viel Verstand gegangen ist; der bei der Kälte des Bluts womit er von ieher die Welt betrachtet hat, gefunden zu haben glaubt: dass wir auf diese Welt gesetzt sind besonders um ihr nützlich zu seyn, dass wir uns dazu fähig machen können, wozu denn auch die Religion etwas hilfft; und daß der brauchbaarste der Beste ist.
Bezüge im Wissensnetz
Teil von (2)
GZP-Knowledge-GraphHat Sprache (1)
GZP-Knowledge-Graph- Deutsch