Brief
Von Christian Friedrich Schlosser (2. September 1811)
Dank für die gütigen Zeichen des Wohlwollens, die ihm G. nach Rom gesandt habe. - Über S.s Begegnung mit der Antike sowie mit dem Bildhauer B. Thorvaldsen und dem Maler G. Schick. - Unter dem Trupp seiner Landsleute, alle aus der altdeutschen Schule hervorgegangen, leuchte ein junger F. Overbeck hervor; über dessen Werke und die des Schweizers L. Vogel sowie über F. Pforr; erwähnt: J. G. Pforr. - Bemerkungen über die Brüder F. und J. Riepenhausen und deren Stilrichtung; dabei erwähnt: eine Kreidezeichnung zu G.s "Der Sänger" und ihre Zeichnungen zu G.s "Faust" sowie das Bild einer Amorinenverkäuferinn. Kritik an ihrer Kunstgeschichte ("Die Geschichte der Malerei in Italien"); erwähnt: deren Verleger (J. F. Cotta). Ausführliche Gedanken über eine Kunstgeschichte, zu der man im eigenen Vaterland weder die kalvinistische Abneigung noch die neueste Zuneigung zum Catholicismus brauchen könne; dabei erwähnt: Papst Leo X., Masaccio, G. Vasari, G.s Bearbeitung des "Benvenuto Cellini" ("Leben des Benvenuto Cellini"), Gregor I. (der Heilige) sowie W. Roscoe und dessen Werke. - Zu künftigen Veröffentlichungen der Brüder Riepenhausen: ein Zeichenbuch und ein Zyklus von Darstellungen zum Leben Karls des Großen. Für das letztere möge G. die Subskription unterstützen (vgl. die Ankündigung: F. und J. Riepenhausen "Neue Kuperstiche", in: IB der JALZ 1811, Nr. 52); die Anzeige werde F. Schlosser auf S.s Bitte hin senden (vgl. RA 6, Nr. 159). - Zu den nachteiligen Folgen von Ausgrabungen für das alte Rom. - Über die Kunstfertigkeit des römischen Restaurators P. Palmaroli; erwähnt: Sebastiano del Piombo und Daniele da Volterra. - Über S.s Beschäftigung mit G.s "Farbenlehre", besonders den Einleitungen und der frühren Hälfte des 2ten Bandes (historischer Teil) sowie den methodischen Wert dieser Arbeit für die Kunstgeschichte mit Erwähnung der früheren Beiträge G.s zu diesem Thema ("Beiträge zur Optik"). Daran anknüpfend habe S. sich ernsthafter mit der Tonwelt beschäftigt und die Ton-Monade [...] in ihren Verwandlungen in den Mittelpunkt gestellt. Längere Ausführungen dazu mit Hinweis auf die chladnischen Versuche, die für die Tonforschung vielleicht von Nutzen sein könnten. S. hoffe, in Deutschland die in Rom nicht möglichen wissenschaftlichen Hilfen zu bekommen und belebende Gespräche führen zu können. - Lebhafte Erinnerung an den Aufenthalt in Weimar (im Juni 1807, während G. in Karlsbad weilte); Empfehlung an G.s Frau und gute Wünsche für A. von Goethe. - Ferner erwähnt: G.s Schriften.
Bezüge im Wissensnetz
Erwähnt (23)
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- Leo X.
- Vogel, Georg Ludwig
- Gregor I.
- Roscoe, William
- Cellini, Benvenuto
- Chladni, Ernst Florens Friedrich
- Masaccio
- Thorvaldsen, Bertel
- Vasari, Giorgio
- Ricciarelli, Daniele
- Schick, Christian Gottlieb
- Overbeck, Johann Friedrich
- Pforr, Franz
- Palmaroli, Pietro
- Pforr, Johann Georg
- August von Goethe
- Christiane von Goethe
- Johann Friedrich Cotta
- Karl I. der Große
- Schlosser, Johann Friedrich (Fritz) Heinrich
- Riepenhausen, Friedrich Franz
- Riepenhausen, Christian Johannes
- Sebastiano del Piombo
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